Startseite
    I have a dream
    Alltagsleben
    Erfahrungen mit Gott
    Musikvideos
    Spanienurlaub
    Schlüsselerlebnisse
    DasBuch: "Die Hütte"
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 
Links
  Mein Blog von Jan.07 bis Apr.09
  


http://myblog.de/ihaveadream.alltag

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Wieder da ...

In unserem Urlaub hatte ich meinen PC mit. Damit bin ich allerdings bewusst nicht ins Internet gegangen, weil ich mal ein paar Tage internetfrei leben wollte. Aber ich habe stichpunktartig Tagebuch geführt, einfach in meinem Schreibprogramm. Jetzt kopiere ich es für euch einfach mal hier insgesamt rein, in eine neue Kategorie: Spanienurlaub. Wenn Jemand kommentieren will, kann man das mit Angabe des Datums unter diesen Rieseneintrag setzen.
Und damit Ihr auch eine Postkarte bekommt, habe ich zwei Karten eingescannt. Wer möchte, darf diese als persönlichen Kartengruß von mir betrachten.

 

 

7.10. Mittwoch

Heute ist es soweit. Der erste Flug meines Lebens steht an. Um 4.00 Uhr morgens stehe ich auf, um mit dem Taxi meines Vermieters, mit meiner Tochter zusammen, zum Flughafen gefahren zu werden, der etwas außerhalb des allgemeinen Linienverkehrs liegt. Vor allem zu dieser Tageszeit.
Ich spüre, daß es in mir kribbelt, auch wenn ich äußerlich eigentlich relativ ruhig bin. Am Flughafen waren wir dann die ersten, die an dem Schalter auftauchten, der noch nicht geöffnet war. Irgendwie haben wir die Zeit am Flughafen dann  auch rumgekriegt, nachdem wir alle Kontrollen und Sperren durchlaufen haben.
Und dann saßen wir in einem Flugzeug, daß, meinem Empfinden nach, wie eine Sardinenbüchse aufgeteilt war. Trotzdem fanden wir einen Fensterplatz. Die Fenster waren allerdings winzig, und ich bekam nach kurzer Zeit fast eine Genickstarre vom rausschauen. Aber das Gefühl war trotzdem cool, da so hoch oben über der Landschaft zu schweben. Daß das von oben so aussah, als wenn man gar nicht vorwärts kam, fand ich interessant. Denn wenn man Filme darüber sieht, sieht die Außenwelt  immer ziemlich bewegt aus. Eine Zeitlang sah man auch nichts weiter, als das Mittelmeer. Zwischendurch ruckelte das Flugzeug ein wenig, und wir hofften, daß dies normal ist. Aber da die anderen Passagiere es scheinbar nicht komisch fanden, haben wir es auch als normal eingestuft. Irgendwann sind wir dann auch gelandet – und waren da.
 

Wir wurden von unserem Gastgeber abgeholt. Da der Wohnort fast 500 km vom Flughafen entfernt lag, bekamen wir gleich einen guten Einblick in unser Urlaubsland. Daß man hier wirklich sieht, daß es ein anderes Land ist, weil eben  alles „anders“ ist, hat uns gleich von Anfang an, ein Gefühl von Zufriedenheit gegeben. Denn so etwas hatten wir Beide noch nicht erlebt. Ein „Menü“, in einem abgelegenen Dorf, hat mich allerdings dazu veranlasst, mich zu schütteln. Die „Pampe“ die sich „russicher Salat“ nannte, sah, meinem Gefühl nach, irgendwie schon ein wenig unappetitlich aus – und schmeckte auch seltsam. Auch das Fleisch, das uns als „Kalbsfilet“ übersetzt  wurde, sah eher nach Rippen aus, die hauptsächlich mit Fett belegt waren. Der Geruch vom Fleisch hat mich dann zusätzlich davon überzeugt, daß ich in Spanien nicht sehr viel Fleisch essen werde. Das einzige, was okay war, war der Nachtisch. Das war nämlich Eis. Aber da das „Menü“ mir schon auf den Magen geschlagen war, habe ich auch den Nachtisch nur noch zu einen kleinen Teil gegessen. Den Rest hat unser Gastgeber vertilgt. Dieser hat uns allerdings beteuert, daß die Menüs in anderen Bistros nicht so schlecht wären. Nachdem wir unterwegs noch einige Orte angeschaut hatten, und dann noch schnell, um 21.00 Uhr etwas zum Abendessen und Frühstück eingekauft haben, kamen wir dann etwa um 22.30 Uhr an unserem Urlaubsort an.

Unser Gastgeber ist ein Katzenfreund. Er hat selbst 3 Katzen aus Deutschand mitgebracht, als er vor etwa 3 Jahren ausgewandert ist. (er kannte zu der Zeit aber Spanien, von einem früheren längeren Aufenthalt schon recht gut, und spricht ergeben, daß es viele hungrige Katzen gibt, die auch den Weg zum Futternapf seiner Katzen gefunden haben. Er füttert im Moment etwa 11 Katzen, wovon die Hälfte noch relativ klein sind, und sicher in Zukunft noch viele neue Babys bringen können …
Wir müssen halt schauen, daß unsere Schlafzimmertür immer zu ist, damit die lieben Kätzchen nicht unser Bett belegen, und wir keinen Platz mehr darin finden. Tochter und ich bekommen ein Ehebett zugewiesen, das einen guten Seegang hat, wenn man sich darin bewegt. Da wir Beide es nicht gewohnt sind, ein Bett zu teilen, ist unsere erste Nacht mit mehreren Unterbrechungen gesegnet. Trotzdem hatte ich den Eindruck, nicht schlecht geschlafen zu haben.
 

8.10. Donnerstag
 

Der Morgen fing gemäßigt an. Wir konnten ausschlafen, während unser Gastgeber schon mal ein paar Stunden arbeiten ging. Er macht u.a. hauptsächlich Garten- und Hauspflege bei Deutschen, die ein Haus oder Wohnung in Spanien haben, aber nicht ständig dort wohnen. Er wohnt aber in einem typischen spanischen Dorf, und hat dort guten Kontakt zu den Einheimischen. Hier gibt es aber auch viele Gastarbeiter aus Marokko. Von einem Sichtpunkt hier in der Nähe, so sagte er, kann man bis nach Afrika sehen. Also – wir wohnen ganz im Süden Spaniens.
 

So frühstücken wir ganz entspannt, auf dem Balkon des Hauses, mit Weitblick auf das Mittelmeer. Mein Magen ist allerdings ein wenig in Aufruhr, und ich fühle mich heute etwas lädiert, obwohl ich gestern noch das Gefühl hatte, die ganze Zeit in Aktion bleiben zu können. So vermeide ich dann das Mittagessen, um meinen Magen nicht unnötig zu reizen, und habe auch das Gefühl, daß dieses ganz gut so ist. Zumindest im Ruhezustand fühle ich mich relativ gut.
Nachmittags musste unser Gastgeber dann noch zwei andere Kunden besuchen, die etwas entfernter wohnten. Und so fuhren wir wieder mit ihm, über schöne Straßen, durch urige Gegenden, am Mittelmeer entlang. Irgendein Ort, in dem der erste Kunde wohnte, ließ er uns am Strand heraus, mit der Option, daß er etwa eine halbe Stunde weg wäre, und uns dann wieder aufgabeln würde. Obwohl wir wussten, daß bei ihm die Zeit meistens gedehnt ist, und die halbe Stunde sich sicher mindestens verdoppeln würde, nahm ich, entgegen meiner sonstigen Vorsichtmaßnahmen,  nichts an Essen oder Trinken mit. Denn mein Magen signalisierte, daß er nichts braucht. Aber kurze Zeit, nachdem wir am Strand entlang gelaufen waren, merkte ich schon, daß ich doch nicht ganz so fit war, wie ich zunächst vermutet hatte. Ich signalisierte meiner Tochter, daß ich mich irgendwo setzen möchte. Und schon auf dem Weg dorthin bereute ich es sehr, daß ich nichts essbares dabei hatte. Mein Problem, leicht mal zu unterzuckern, machte sich bemerkbar – und zwar ganz massiv. Wobei ich nicht ohnmächtig werde, auch wenn ich ziemlich weit unten bin. Aber das macht für mich die Lage weit unangenehmer, als wenn ich einfach umkippen würde. Ich hatte nämlich bald das Gefühl, nicht mehr richtig „da“ zu sein, sondern buchstäblich neben mir zu gehen. Wobei das gehen nur noch ein schleichen war. Weil wir schon außer der Saison sind, ist leider auch kein Laden mehr an diesem Ort offen, der irgendetwas essbares liefern kann. Endlich eine Treppe gefunden, auf der man sich niederlassen konnte. Ich hatte bereits kalte Schweißausbrüche, und den Wunsch zu sterben. Gab meiner Tochter das Handy, mit der Bitte, unseren Gastgeber anzurufen, und zu bitten, daß dieser ein Stück trockenes Brot mitbringt. Eine Wasserflasche hatte meine Tochter mit, die zumindest die Flüssigkeitszufuhr verbessern konnte. Aber ansonsten fühlte ich mich echt scheiße…
Unser Gastgeber sagte am Telefon, daß er noch eine Weile brauchte, da sie noch auf jemanden warten würden. Aber er wollte Brot mitbringen. Nun – in Ruhestellung, wenn ich auch noch die Augen schloß, war mein Zustand einigermaßen erträglich. Aber jede Bewegung mutete mir wie eine Schwerstarbeit an. Nur der Wechsel zu einer Bank, die zunächst besetzt war, und dann frei wurde, von höchstens 150 Metern, war wie eine Bergbesteigung. Muß man alles mal erlebt haben ….
 

Nee – das will ich nicht wirklich wieder erleben. Ungefähr nach 2 Stunden kam unser Gastgeber mit einem Baguette und einem Ei (würg) an. Da mein Sohn Diabetiker ist, kenne ich mich bestens mit Zuckerzufuhr aus, und würgte ein Stückchen vom Baguette herunter, im Zeitlupentempo. Aber es zeigte auch ziemlich schnell Wirklung. Eine viertel Stunde später hatte ich wieder das Gefühl, unter den Lebenden zu weilen. Allerdings hat der Stress zuvor meine Aktionen ziemlich eingeschränkt. Ich fühlte mich tatsächlich, wie nach einer Bergbesteigung. Mein  Magen streikte immer noch, so daß ich nicht den Eindruck hatte, mehr essen zu können, als ich eben runtergewürgt hatte. Aber unterwegs bekam ich seltsamerweise Lust auf Grießbrei oder ähnliches, und beschloß, beim obligatorischen Einkauf zu später Stunde, kurz vor Ladenschluß, Babybrei einzukaufen, der ja bekanntlich ganz nahrhaft sein soll. Hier gab es aber solch einen Brei, direkt mit Milch drin, nicht. So habe ich dann irgend so eine breiige Fertig-Babymilch gekauft, die ihren Dienst an diesem Abend tat. In der Hoffnung, daß es morgen besser geht, haben wir mit dem Abendessen dann unsere Aktivitäten des Tages abgeschlossen.
 

9.10. Freitag
 

Unser Gastgeber hat heute den ganzen Tag Arbeit. Aber er nimmt uns mit in einen Ort, wo er denkt, daß wir genug Aktionen finden. Er geht eben nie einkaufen, außer bei Lidl oder sonstigen Supermärkten, wo er ab und zu mal eine Jeans für 10 € findet. Frauen mögen es, wenn viele Läden auf nem Haufen sind, denkt er. Und der Strand ist auch in der Nähe … also muß das ein Paradies für uns sein. Ich selbst fühle mich zwar immer noch etwas angeschlagen, will aber meiner Tochter nicht zumuten, zu lange in einer langweiligen Wohnung zu sitzen. Drum fahren wir also los.
Im Ort angekommen, sehen wir zwar einige Läden. Aber etwas wirklich Interessantes finden wir nicht. Eine Tüte Weintrauben wird erstanden, wobei meine Tochter immer wieder versucht, in alten Vokabeln zu kramen, um sich an ihr Spanisch, das sie bis vor drei Jahren noch in der Schule gut abgeschlossen hatte, zu erinnern. Dann laufen wir ein wenig am Strand. Ich bin ja nur froh, daß wir als Urlaubstermin solch eine späte Zeit außer der Saison, gewählt haben. Noch immer empfinde ich die Sonne als ziemlich lähmend. Wir spazieren  barfuß am Rand, wo das Meer immer wieder angeschwemmt wird. Der Strand ist hier allerdings ziemlich steinig. So daß ich an manchen Stellen lieber meine Sandalen anziehe. Wobei dieselben dann auch zwischendurch von einer Welle erfasst werden, und naß sind. Bis zum Zeitpunkt des Treffens mit unserem Gastgeber sitzen wir noch eine Weile im Schatten unter den Palmen, und beobachten Vögel, die wir  zu identifizieren versuchen. Sind scheinbar irgendwelche exotische Vögel, in den Palmen, so ähnlich wie Wellensittiche. Aber man kommt nie nah dran, so daß man nur raten kann, was es für Vögel sind. Die Früchte an den Palmen sehen von der Form wie Datteln aus – jedenfalls nach unserer Vorstellung.
Um ca. 15.00 Uhr holt uns unser Gastgeber unter dem Leuchtturm, wie abgemacht, ab. Er fährt mit uns wieder in eine spanische Bar, wo er öfter zu Mittag isst. Dort gibt es ein Büffet, das sich wirklich reichhaltig herausstellt, und ich überwinde meine Abneigung zum Essen für kurze Zeit. Da wir nun aber für alle Drei bezahlt haben, muß ich es ja auch ausnutzen, obwohl ich nach der Vorspeise schon das Gefühl habe, nicht mehr essen zu können. Aber es bekommt mir dann letztendlich nicht schlecht, auch wenn ich danach das Gefühl habe, zu platzen. Abends kochte ich mir allerdings nur noch eine dünne Suppe mit viel Cayenne-Pfeffer, die das ganze wieder ausgleicht. Aber zuvor bringt er uns, nach dem Essen, in ein Einkaufszentrum, wo er meint, daß wir dort mit Sicherheit dreieinhalb Stunden aushalten, die er wieder arbeiten geht. Das Centrum ist riesig – aber nicht wirklich interessant für uns. So daß wir nach einer Stunde schon wieder durch sind. Aber auch außen sieht kein Weg so aus, als wenn er sich lohnt, zu gehen. So schlendern wir insgesamt etwa fünfmal durch das Centrum. Meine nassen Sandalen scheuern dabei so an meinen Füßen, daß ich zunächst nach Badelatschen suche, in Form von Flip-Flops. Aber so was gibt es gerade nicht mehr. Also hole ich mir im Supermarkt einfach Pflaster, und klebe die wunden Stellen ab. Das funktioniert jedenfalls. Um 20.30 Uhr werden wir wieder abgeholt. Und dann wird natürlich wieder im letzten Moment schnell eingekauft für den nächsten Mittag. In Gesellschaft von einem Haufen Katzen essen wir noch zu Abend – ich meine scharfe Suppe, um die mich keiner beneidet, die mir aber gut tut. Und dann sind wir alle müde. Wir planen, am nächsten Morgen auszuschlafen –
 

10.10. Samstag
 

Unser Gastgeber ist heute schon früh aus dem Haus, während wir ausschlafen. Wir frühstücken geruhsam auf dem Balkon – wobei ich das Gefühl habe, daß sich mein Magen, und mein Körper überhaupt, wieder normalisiert. Danach schreibe ich einen Brief, für unseren Gastgeber, an irgendein Amt in Deutschland, und dann fange ich mein Tagebuch an … joo – die viereinhalb Seiten waren nun der Anfang. Mal sehen, wie es weitergeht. Gestern Abend hatten wir noch Zutaten für Pasta mit Bolognese-Soße gekauft. Meine Tochter kocht nun gerade das Zeugs – wobei sie nur einen Mini-Backofen und eine einzelne Kochplatte zur Verfügung hat. Alles ist, wie man bemerkt, sehr spartanisch hier – aber irgendwie romantisch. Wir bekommen zumindest mehr Einblick in die spanische Kultur hier, als wenn wir offiziell als Touristen hier Urlaub machen würden. In den Städten begegnet man hier nämlich dauernd irgendwelchen Deutschen. Man erkennt sie irgendwie immer. Sie reden auch ziemlich laut, so daß man schnell merkt, daß man auf Landsleute getroffen ist. Wir haben allerdings nicht den Hang, uns denen anzuschließen. Wir wollen Spanien erleben. Deutsche können wir im eigenen Land genug treffen.
 

Zunächst muß unser Gastgeber noch eine Wasseruhr an eine Bewässerungsanlage in einem Garten eines Kunden anbringen, so daß wir in die Berge fahren. Ich staune immer über die steilen Zufahrtsstraßen und Wege. Als wir dort wieder wegfahren, musste er einmal anhalten, weil ein Nachbar etwas zu sagen hatte. Da verlor sein Auto den Schwung, und wir fuhren noch mal rückwärts abwärts, um mit Anschwung den Berg zu schaffen. Das Haus, wo er den Garten bearbeitet, liegt mitten in den Bergen. Rundherum sieht man vereinzelt andere Häuser, die alle eher nach Villen aussehen. Überhaupt finde ich den Baustil der Häuser hier romantisch. Selbst die Hochhäuser in den Städten haben einen orientalischen Touch, und wirken nicht nur wie Klötze.
 

Gegen Abend fahren wir zu einem Andalusischen Vorzeige-Dorf. Dort ist es echt romantisch. Die verwinkelten Gassen, und die eng aneinander gebauten Häuser, haben eine besondere Atmosphäre. Man unterhält sich auf den Gassen und kann zum Teil in die Häuser reinschauen, wo die Familien zusammensitzen. Das  Ganze ist am Berghang, so daß man immer wieder auf und ab steigen muß.
 

11.10. Sonntag
 

Da wir gestern ziemlich spät erst zu Hause waren, schlafen wir etwas länger. Es ist, für meine  Begriffe, immer noch ziemlich warm hier, obwohl es Herbst ist. Und erst abends wird es einigermaßen erträglich. Für Leute, die hier leben, ist es jetzt gerade richtig, nach fast 50 Grad im Sommer  (wie uns mitgeteilt wird).
 

Heute wollen wir nach Malaga fahren, denn dort ist Sonntags Flohmarkt. Auch in Malaga gibt es das Parkplatz-Problem, so daß wir erst eine Weile suchen müssen. In der Gasse, wo wir halten, sehen wir dann, genau gegenüber, eine kleine Gemeinde, wo scheinbar gerade irgendwas gefeiert wird. Weil wir gerade ein WC benötigen, fragt unser Gastgeber dort, ob wir gerade mal dürfen. Währenddessen unterhält er sich mit einigen Leuten dort. Weil er noch auf der Suche nach einer Gemeinde ist, zu der er passt, ist es einigermaßen angetan von dieser kleinen Pfingstgemeinde. Sie wirken ziemlich entspannt und fröhlich. Der Gesprächspartner erzählt, daß er auch eine Cousine hast, die in Norddeutschland wohnt, weil sie einen Deutschen geheiratet hätte. Ich verstehe natürlich kein Wort, und es muß mir übersetzt werden. Während meine Tochter ihre Spanischkenntnisse erneuert, und jedes Gespräch interessiert verfolgt. Vielleicht hat unser Gastgeber hier seine Gemeinde gefunden. Zumindest will er die nächsten Sonntage mal reinschauen, in diese Gemeinde.
 

Danach, auf dem Flohmarkt ist ein Erlebnis, dort sich durch die Menschenmassen zu quetschen.  Wir schnallen zur Vorsicht unsere Rucksäcke nach vorne, damit wir sie im Blick haben. Hier auf dem Flohmarkt wird alles angeboten, was man so anbieten kann. Viele , die Getränke anzubieten haben, laufen, trotz der Massen, mit Schubkarren, laut rufend durch die Menge. An ein paar Ständen kann ich auch nicht vorbei gehen. Ich erstehe 3 Shirts für je einen Euro, und drei Ponchos für genauso viel Geld. Außerdem noch eine kurze Hose für 8 Euronen, weil ich keine solch luftige Kleidung mithatte. Denn solch eine Hitze hatte ich nicht mehr erwartet.
 

Mittag gegessen haben wir dieses mal bei Mäc Doof. Und danach sind wir zum Hafen gegangen, um dort ein historisches Schiff zu sehen, das wie ein Piratenschiff aussieht. Auch ein Militärschiff ist gerade dabei, sich zum ablegen vorzubereiten. Ein Dom ist auch noch anzuschauen. Und weil es dort auch eine Fußgängerzone – und gleichzeitig Strand gibt, lassen wir uns, wenn nicht noch andere Einfälle kommen, am Dienstag noch mal dorthin bringen. Da muß nämlich unser Gastgeber den ganzen Tag arbeiten. Und darum schlendern wir dann alleine herum.
 

Für morgen planen wir mal wieder einen  etwas ruhigeren Tag ein. Denn in der Sonne wird man echt lahm, wenn man das nicht so gewohnt ist. Und weil wir uns im Urlaub natürlich auch erholen wollen, ist zwischendurch auf die Bremse treten schon angesagt.
 

12.10. Montag
 

Ein wenig ausschlafen, ein wenig lesen, das bestimmt den Vormittag. Am Nachmittag lassen wir Beide uns einfach an den Strand fahren, mit einem Buch und Knabberzeugs im Gepäck. Ein wenig halbherzig packe ich meinen Badeanzug dazu, weil meine Tochter ihren auch mitnimmt. Eigentlich wollte ich nicht ins Wasser. Aber es war so warm, und meine Tochter fand es alleine im Wasser nicht so schön. Da habe ich es denn auch gewagt. Und es war toll. Hab endlos lang nicht mehr geschwommen, und bin ein wenig eingerostet. Aber das Bad im Mittelmeer habe ich echt genossen.
 

13.10. Dienstag
 

Wir machen einen Malaga-Tag. Unser Gastgeber hat den ganzen Tag zu tun. Und so setzt er uns morgens in Malaga ab, um uns Abends um 20.30 Uhr wieder abzuholen. Zunächst bummeln wir ein wenig durch die Fußgängerzone, essen Mittag bei MäcDoof, und nehmen Anlauf, vom Hafen aus, zum Strand zu kommen. Aber der scheint so weit zu sein, daß mir die Ausdauer fehlt, bei der Mittagshitze. Meine Tochter versucht zwischendurch, ihre Spanisch-Kenntnisse anzubringen, in den Geschäften. Aber hier in Malaga spricht man auch überall englisch. Deutsche gibt es auch überall.  So hört man zwischendurch auch mal die eigene Sprache.
Zwischendurch setzen wir uns erst wieder in den Park, und lesen. Danach gehen wir in Richtung Schloß, das ganz oben auf der Anhöhe liegt. Nur um es ein wenig dichter in Augenschein zu nehmen. Morgens hatten wir noch gemeint, daß wir keine Lust haben, den Berg hochzukraxeln. Aber dann, als wir das erste Plateau geschafft hatten, und der Ausblick ziemlich gut war, siegte die Neugierde, wie es ein wenig höher aussieht. Und so sind wir dann doch oben gelandet. Meine Tochter hat inzwischen etliche Fotos im Kasten. -
Nachdem wir wieder, kurz vor Ladenschluß, um 21 Uhr noch etwas für den Abend kaufen, fahren wir nach Hause. Dort erwartet uns eine Überraschung: der Strom ist weg, und auch nicht über den normalen Schalter wieder einzuschalten. So muß unser Gastgeber erstmal einen Abendbesuch beim Vermieter machen, um mit der Botschaft zurück zu kommen, daß der Hauptstromkasten verbrannt ist, weil er zu alt war. Der Vermieter hätte aber schon Notdienst angefordert, der noch kommen soll, was unser Gastgeber nicht wirklich glaubt. Es ist allerdings etwas schwierig, weil nicht nur Licht und Kühlschrank ausfällt, sondern auch die Wasserpumpe, die das Wasser in die Leitung pumpt. Also lassen sich die Wasserleitungen der sanitären Anlagen auch nicht betätigen. Das betrifft allerdings auch die anderen Mieter dieses Hauses. Wir essen also zu Abend bei Kerzenschein, von Dauerbrennern, die eigentlich auf Gräbern stehen, weil keine anderen Kerzen im Dorf zu kriegen waren um diese Zeit. Ich gönne mir noch ein Eis aus dem Eisfach des Kühlschrankes, weil es ganz weich geworden ist – es schmeckt besonders.
Wir gehen um 23.30 Uhr schlafen, ohne zähneputzen und sonstiger Hygiene, in der Hoffnung, daß der Notdienst tatsächlich noch kommt. Und die Hoffnung bestätigt sich. Als ich um 3 Uhr mal das Örtchen besuche, stelle ich fest, daß alles wieder geht.
 

14.10. Mittwoch
 

Unser Gastgeber hat heute einen freien Tag eingeplant, um mit uns nach Cordoba zu fahren. Dort hat er auch schon gewohnt. Und Cordoba ist für ihn ein Paradies. Dort ist die Temperatur allerdings noch um ein paar Grad gesteigert. Heute ist hier 33 Grad, und mir eigentlich viel zu heiß. Mittags essen wir im Bistro der Universität dort. Ich habe noch nie in einer Uni gegessen, also war das auch mal etwas Besonderes für mich. Es gibt etliche alte Gebäude aus der Römerzeit, und wir machen an manchen schattigen Plätzen Rast. Unter Anderem auch in einem großen, parkähnlichen Hof, der wohl mal ein Klosterhof war. Zwischendrin ging meine Tochter auf Suche nach einem Örtchen. Sie ließ ihr Gepäck bei uns, und wollte auch kein Handy mitnehmen. Wie es so sein muß, kommen just in diesem Moment, wo sie weg ist, die Beamten, um die Tore zu schließen. Ich wäre in dem Fall ja ziemlich aufgeschmissen, weil ich kein spanisch kann, und bin entsprechend beunruhigt. So bleibe ich vor einem der drei großen Tore sitzen, während unser Gastgeber auf die Suche geht. Aber inzwischen taucht sie wieder auf, und ich gebe ihm Entwarnung per Handy. Sie hat in einem Informationscenter gefragt, wie sie Leute von da drin jetzt erreichen könnte.
Danach besuchen wir noch ein junges Ehepaar, das unser Gastgeber von der Mitarbeit bei den „Gideons“ kennt. Die Frau kommt aus Equador, der Mann ist Spanier. Und so bekommen wir noch ein wenig Einblick in spanische Familie, wobei mir immer mal Einiges übersetzt wird. Uns werden noch am Abend einige Gassen in der Altstadt gezeigt, die unser Gastgeber noch nicht kannte. Und etwa um 0.30 Uhr kommen wir wieder in der Wohnung an. Bei der Hitze am Tag verstehe ich auch, warum das Nachtleben in den Städten dort so intensiv ist. Ich habe auch das Gefühl, als wenn ich erst am Abend richtig munter werde, und fähig, mich richtig zu bewegen.
 

15.10. Donnerstag – 16.10. Freitag
 

Der letzte Tag in dieser Dorfwohnung. Weil das Flugzeug schon um 6.40 Uhr fliegt, und der Flughafen etwa 500 km von hier liegt, fällt der Schlaf wohl die kommende Nacht, mehr oder weniger, aus. Darum machen wir an diesem Tag mehrere Pausen, und packen ganz geruhsam ein. Wir fahren dann um 21.00 Uhr los, weil man wegen dem Gepäck im Flughafen immer 2 Stunden vorher einchecken soll. Die erste Wegstrecke geht direkt am Mittelmeer entlang und gibt uns noch einmal einen Abschiedsblick auf das Meer, welches wir zu der höchsten Attraktion unseres Urlaubs zählen.  Um Mitternacht trinken wir im Restaurant irgendwo zwischendrin einen Kaffee,  kurz bevor die schließen wollen. Und als wir am Flughafen ankommen, habe ich das Gefühl, im stehen schlafen zu können.
Als wir ins Flugzeug steigen, geht gerade ein Regenguß herunter, der den Platz in einen See verwandelt. Der Start wird auch ein wenig verzögert. Die Erklärungen dazu versteht keiner, weil, egal welche Sprache, alles daher genuschelt wird. Ich hoffe nur, daß keine Krise eintritt, während der Reise, weil es wirklich eng in unserem Flugzeug zugeht. Am Anfang hat man auch irgendwie das Gefühl, auf einem Karussell zu sitzen, das immer auf und nieder schwingt. Ein wenig gerät auch mein Kreislauf durcheinander. Aber ich schaffe es, cool zu bleiben. Nach kurzer Zeit ist scheinbar alles okay, und sogar, zwischen den Wattewolken, ein wenig Landschaft zu erkennen, was meine Tochter noch zu einigen Fotos veranlasst. Sie hat nun über 500 Fotos im Kasten, die uns an unseren Urlaub erinnern können.
Wir sind heil wieder runtergekommen, und irgendwie auch nach Hause. Ich bin dort allerdings zunächst nur ins Bett gefallen, und habe ein paar Stunden geschlafen ...

17.10.09 12:19
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Nenne / Website (17.10.09 13:35)
Danke für Deine Postkarte, ich habe mich sehr gefreut. Und danke auch, dass Du Deinen Bericht so schnell eingestellt hast.
Da habt ihr ja allerhand erlebt und viele Eindrücke gesammelt. Schade, dass es Dir gesundheitlich nicht immer so gut ging. Nun wünsche ich Dir (Euch) dass Du die Eindrücke sacken lassen kannst und sie dabei gut verarbeitest und verinnerlichst. Hoffentlich kannst Du Dich jetzt zuhause noch ein wenig ausruhen.


Ihaveadream (17.10.09 19:24)
Danke Nenne, ja, ich hab jetzt noch über eine Woche Urlaub, den ich zeitlos verleben will: einfach nur leben, und tun, was mir gerade gefällt.


andy / Website (18.10.09 14:21)
also ich nehme die postkarte mit dem stier drauf - action!
danke fürs berichten - jetzt brauchst du urlaub vom urlaub, wie ich das lese. und ich hoffe, dass die positiven eindrücke letztlich überwiegen. wünsche dir noch einige ruhige und stressfreie tage zu hause...
andy


Ihaveadream (18.10.09 15:02)
Danke Andy - joo, du hast recht: jetzt genieße ich den Urlaub vom Urlaub. Aber es war gut, mal so ganz raus zu kommen aus dem Alltag, und mal etwas "ganz anderes" zu sehen. Daß wir so Spanien mal "von innen" sehen konnten, finden wir beide sehr gut, auch wenn es manchmal anstrengend war - zumindest für mich. Ich bin halt keine 20 mehr - dazu muß ich einfach stehen. Wahrscheinlich hab ich das noch nicht wirklich begriffen

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung