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Anders herum

Das Buch, das ich gerade nochmal langsam meditierend lese, und die Bußtags-Predigt, haben mir eine ganz andere Sicht vermittelt, als mir jahrelang eingeprägt wurde.

Als ich heute morgen die Losungen las:

Wasche dein Herz von der Bosheit, auf dass dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken?

Jeremia 4,14

Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach untereinander und gegen jedermann.

1.Thessalonicher 5,15

kam mir zunächst wieder der Gedanke: Klar, es ist Bußwoche, da muß man die Bosheit anprangern. - Und dann fiel mir der liebende Vater ein, der seinem verlorenen Sohn entgegenläuft, ihn in die Arme schließt, und ein Fest für ihn ausrichtet.

Da ist mir aufgefallen, daß die Menschen von ihrer Sicht ziemlich viel von den biblischen Worten aus falscher Sicht predigen. Ich erinnere mich noch an einen jungen Mann in einem Hauskreis, der feurig extrem gesetzlich war, und verkündigte, er täte das alles um Gott eine Freude zu machen. Einige Leute versuchten, es ihm klarzumachen, daß das Gesetz für den Menschen verfaßt wurde, nicht für Gott. - Von dem Gleichnis des Sohnes, der zum Vater zurückkehrt her gesehen, würde es so aussehen, daß der Sohn sagt: Ich würde zwar gerne bei den Schweinen bleiben. Schließlich haben sie immer Futter und brauchen nie hungern. Aber ich will meinem Vater die Freude machen, zu ihm zurückzugehen, das bin ich ihm schuldig.

Nein, die Gesetze sind für den Menschen verfaßt worden, sagt Jesus. Sie sind eine liebevolle Einladung an uns Menschen, von dem Schweinefutter zum Fettagsessen umzukehren - zum Vaterherzen Gottes.

Ich glaube, jetzt muß ich die Bibel mal wieder von vorne bis hinten lesen. Mal aus der ganz anderen Sicht, als die, die menschlich gesehen in den Vordergrund tritt. Gott war und ist immer der liebende Schöpfer seiner Menschen, der alles einsetzt, was den Weg zurück wieder freimacht. Und der uns täglich Wegweiser setzt, damit wir den Weg finden. Dazu gehört auch, daß wir manchmal am Schweinetrog landen. Denn erst dort merken wir oft, daß wir eigentlich einem Selbstbetrug erlegen sind, als wir dachten, das Leben gefunden zu haben, in den ganzen vergänglichen und kaputten Freuden, die uns angeboten werden.

 

21.11.09 09:06
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Wolfram (23.11.09 11:50)
Der "verlorene SOhn" ist auch nicht freiwillig zu den Schweinen gegangen - und nur deshalb nach Hause zurückgekehrt, weil er in der Fremde elend verhungert wäre.

Die Sache mit dem Gesetz ist so ein Thema... Luther hat darum vehement gegen den sogenannten "dritten Gebrauch des Gesetzes" gekämpft.
(der "erste Gebrauch" oder usus politicus ist im täglichen Leben: gewissermaßen wie BGB und StGB und StVO regelt auch das biblische Gesetz einiges aus dem täglichen Leben.
der "zweite Gebrauch" oder usus theologicus führt uns vor Augen, daß wir Sünder sind, und führt uns somit zur Buße.
der "dritte Gebrauch" oder usus in renatis (für die Wiedergeborenen) will den Gerechtfertigten, den Gläubigen, sagen, wie nun das Leben im Licht der Liebe Gottes zu gestalten ist.)

Luther meinte sinngemäß, damit rutschen wir sofort wieder in die Gesetzlichkeit. Melanchthon und Calvin waren anderer Meinung: man braucht auch Regeln, nach denen man als Gläubiger erkennen kann, ob man richtig oder falsch handelt.
Ich halte es eher mit Luther - das einzige Gebot, das ich dem "dritten Gebrauch" zuführen würde, ist das Doppelgebot der Liebe.

Das richtige Verhältnis zu Gott würde ich eher mit dem Verhalten eines Kindes beschreiben, das nichts von dem, was es tut, darum tut, um seinen Eltern zu beweisen, "ich bin würdig, dein Kind zu sein"; sondern es will seinen Eltern Freude bereiten. Aber es WEISS, daß es Kind und geliebt ist. Und kommt nicht auf die Idee, es müsse ein besseres Kind werden: Kind sein ist absolut, das kann man weder steigern noch verbessern. Kind sein reicht.


Wolfram (23.11.09 11:57)
Noch mal zum "verlorenen Sohn" und der Buße: Buße ist gerade das, was der Sohn tut, als er erkennt, "ich hab es viel besser gehabt bei meinem Vater. Ich geh zu ihm und sag ihm, 'ich bin nicht wert, dein Sohn zu sein, laß mich nur irgendwo auf deinem Hof als Tagelöhner arbeiten!'" Der Vater läuft ihm nicht nach bis ins fernste Land und in die Schweineställe... er wartet, daß der Sohn kommt. Und der kommt, im Büßergewand.

Buße ist Umkehr, existentielle Umkehr. Sie ist die Erkenntnis der Schuldhaftigkeit und der Wille, diesen Weg nicht weiterzugehen. Sie führt uns auf den Weg zum Vater, an der Hand des Guten Hirten (gewissermaßen) - und sie verändert uns grundlegend. Buße ist nichts grundsätzlich Trauriges - die Reformatoren sprechen von freudiger Buße.


Ihaveadream (23.11.09 16:26)
danke lieber Wolfram, für die ausführliche Beschreibung deiner Botschaft, die du aus diesem Gleichnis ziehst. Ich denke, wenn man zusammenträgt, kommen noch viele verschiedene Facetten dabei heraus, welche Botschaft beim Hörer und Leser dieses Gleischnisses ankommt.

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